Eine Wanderausstellung

Tschornobyl.Was bleibt.

Über Tschornobyl kann man in Zahlen sprechen. Oder anhand von Dingen: einem Gerätekoffer, Schutzkleidung, einer Zeitung, die vor dem Unfall gedruckt wurde. Einige zeigen wir hier. Den übrigen sollte man persönlich begegnen.

PRYPJAT / RIESENRAD / AKTUELLE AUFNAHMEN VIDEO: TIMEPRO TV / PEXELS

ARCHIV / 1986

Beginnen wir mit den Menschen.

Sieben Minuten aus dem Jahr 1986. Die Aufnahmen aus dem Archiv von Suspilne zeigen Beschäftigte des Kraftwerks, Liquidatoren und Bergleute. Ihre Arbeit ist im Film festgehalten.

Aufnahmen ansehen 1986 / 07:25 / SUSPILNE MEDIA ARCHIVE

01 / EINFÜHRUNG

Ein Datum
reicht nicht.

Am 26. April 1986 veränderte der Unfall in Block 4 des Kernkraftwerks Tschornobyl das Leben vieler Menschen. Schutzkleidung, Messgeräte, gedruckte Zeugnisse und künstlerische Arbeiten stehen in dieser Ausstellung nebeneinander. Jeder Gegenstand gibt diesem Datum eine menschliche Dimension.

26041986

II / AUFBAU DER AUSSTELLUNG

Aus der Sammlung des Museums

Sieben Bereiche der Sammlung: von persönlichen Dokumenten bis zu eigens angefertigter Schutzausrüstung. Hier zeigt sich ihre Vielfalt. Einige Stücke sehen Sie weiter unten aus der Nähe.

01Internationale Anerkennung und nukleare Sicherheit

Ein Originalbrief des US-Vizepräsidenten Al Gore an den Akademiker Oleksandr Kljutschnykow, einen Helden der Ukraine; ein Schreiben aus dem Kernkraftwerk Fukushima (Japan, 2011); sämtliche Liquidatoren-Ausweise von 1986 bis 2015 und Kljutschnykows persönliche Auszeichnungen. Dazu kommen Unterlagen von Professor Walerij Schachowzow, Leiter des operativen Stabs am AKW Tschornobyl für die Akademie der Wissenschaften der Ukraine, sowie ein zertifizierter hochfester Bolzen des Bogens des Neuen Sicheren Einschlusses.

02Seltene Münzen und Medaillen

Silbermedaillen der ukrainischen Nationalbank mit echten Diamanten und natürlichen Rubinen; eine von O. Kowinjew gestaltete Medaille „20 Jahre AKW Tschornobyl“ aus einer Auflage von 50 Stück; ein experimentelles Klappmedaillen-Muster „Slawutytsch 1986/1991“ der Leningrader Münzstätte. Hinzu kommen die vollständige farbbedruckte NBU-Münzserie „Tschornobyl. Wiedergeburt“ mit Tieren der Zone und eine limitierte Silbermünze Niues „Tschornobyl. Tragödien der Menschheit“ von 2021.

031986 und der Alltag der Liquidatoren

Sowjetische und ausländische Zeitungen und Zeitschriften vom April und Mai 1986, Porzellangeschirr mit Emblemen aus der Kantine des AKW und originale Essensgutscheine. Flaschen für Mineralwasser und Cabernet-Wein erinnern an den Alltag der Liquidatoren in der Zone.

04Strahlenschutz — die Arbeiter auf dem Dach

Dosimeter ID-1 und DP-5 sowie Schutzanzüge L-1 und OZK. Besonders sind die schweren, selbst gefertigten Bleirüstungen: Liquidatoren bauten sie aus Bleiblechen, um Graphittrümmer vom Dach des dritten Blocks zu räumen.

05Film, Klang und Interaktion

Dokumentarfilme von Wissenschaftlern, aufgenommen unter dem Sarkophag im vierten Block, und limitierte, im Dunkeln leuchtende Schallplatten „Klänge von Tschornobyl“. Der interaktive Simulator „AZ-5-Knopf“ spielt freigegebene Tonaufnahmen der Dispatcher des AKW und der ersten Feuerwehrkräfte ab.

06Kulturelles Erbe

Eine großformatige Reproduktion von Iwan Martschuks „Madonna von Tschornobyl“ mit seiner originalen handschriftlichen Signatur; das Originalgemälde „Nachtigallenzeit“ des Liquidators Petro Jemez; Jurij Kostenkos Farbfoto des zerstörten Reaktors aus einem Hubschrauber in den ersten Tagen nach dem Unfall; ein seltenes japanisches Fotobuch über geräumte Dörfer der Zone.

07Ein Artefakt des gegenwärtigen Krieges

Ein künstlerisch-technisches Modell aus dekontaminierten Trümmern einer feindlichen Drohne Shahed-136 / Geran-2, die während des heutigen Krieges äußere Teile des Bogens des Neuen Sicheren Einschlusses beschädigte.

EINSATZSTAB / MEMORIALINSTALLATION

Das Arbeitszimmer von Professor Schachowzow

Eine Memorialrekonstruktion des Arbeitsplatzes von Waleri Schachowzow, Leiter des Einsatzstabes am Kernkraftwerk Tschornobyl für die Akademie der Wissenschaften der Ukrainischen SSR. Dokumente, Karte, Kommunikation und Messgeräte liegen auf einem Tisch. Wählen Sie einen Gegenstand aus.

Museumsinstallation des Arbeitszimmers von Professor Schachowzow mit Dokumenten, Karte, Kamera, Telefon, Messgeräten und Evakuierungsplakat
Ausstellungsvisualisierung nach einem Foto der Museumsinstallation

Gegenstand auf dem Tisch auswählen

01 / 07

Evakuierungsplakat

Im Zentrum steht ein Plakat mit Anweisungen für die Bevölkerung bei einer Evakuierung. Seine Bilder übersetzen eine gewaltige Notlage in verständliche Schritte.

02 / 07

Ausweis und persönliche Dinge

Ein kleiner Ausweis gibt der Geschichte einen Namen. Der Museumspass bezeichnet Schachowzows Liquidator-Ausweis und persönliche Dinge als Originalobjekte.

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03 / 07

Notfallkoffer

Hinter der Schreibmaschine steht ein geöffneter Koffer. Auf einer eigenen Seite sind Hausapotheke, Dokumente, Geld, Sparbuch, Anleihen und Parteibuch aus der Nähe zu sehen.

Koffer und Inhalt näher betrachten ↗
04 / 07

Dokumente und Schreibmaschine

Schreibmaschine, Blätter und Mappen stehen für das tägliche Festhalten, Prüfen und Weitergeben von Informationen. Neben Messwerten gab es immer auch Worte auf Papier.

05 / 07

Karte und Kamera

Eine Karte der Region Kyjiw und eine Kamera verbinden zwei Blicke auf das Gelände. Der Museumspass beschreibt außerdem das Modell einer Spezialkamera für Aufnahmen aus einem Mi‑8-Hubschrauber.

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06 / 07

Verbindung und Messgeräte

Rechts liegen ein Feldtelefon und Messgeräte. Der Pass nennt das Telefon TA‑57, ein Radiometer und ein Ladegerät für Dosimeter ID‑7 (SD‑5).

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07 / 07

Wechselndes Licht

Leuchte, grüne Uhranzeige, Aschenbecher und Vase bilden eine zweite Ebene. Laut Museumspass wechselt warmes Licht im Ausstellungsraum zu UV-Licht und macht lumineszierende Details sichtbar.

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Das Bild zeigt die warme Beleuchtung. Die UV-Beleuchtung der Installation ist in der Ausstellung zu sehen.

02 / SCHUTZ

Schutz.
Mensch.

Zwei Figuren, zwei Ausrüstungen. Wählen Sie eine Vitrine und entdecken Sie ihre Einzelheiten.

Zwei Figuren, zwei Ausrüstungen. Wählen Sie eine Vitrine und entdecken Sie ihre Einzelheiten. Visualisierung der Ausstellung anhand von Fotos der Museumsobjekte

01 / Linke Vitrine

„Dachkatze“

Ausrüstung zum Einsammeln radioaktiver Trümmer auf dem Reaktordach.

Schutz

  • Schutzpanzerung aus Blei
  • Gummischürze
  • Militärische Sturmhaube
  • Schutzhelm aus Blei
  • Chemikalienschutzanzug OSK-1
  • Gasmaske GP-5

Geräte

  • Radiometer DP-11
  • Stoppuhr

02 / Rechte Vitrine

Dosimetrist

Messgeräte, Schutzausrüstung und persönliche Gegenstände.

Messung

  • Dosisleistungsmessgerät DP-5W mit Stange und Sonde
  • Personendosimeter ID-1

Schutz

  • Atemschutzmaske U-2K
  • Chemikalienschutzbrille SN-2
  • OSK-1-Hose mit Überschuhen
  • Chemikalienschutzhandschuhe
  • Kopfbedeckung OKSK-D („Legasowka“)

Persönliches

  • Wasserdichte sowjetische Kommandeursuhr
  • Soldatengürtel
  • Feldflasche
  • Komsomol-Abzeichen
DP-5V-Messgerät im geöffneten Lederetui auf einem Museumssockel Visualisierung anhand eines Fotos des Museumsobjekts

03 / MESSUNG

Das Unsichtbare
messbar machen.

Zuerst fällt der Blick auf den Zeiger. Dann erkennt man Skala, Schalter, Sonde und die abgenutzte Tasche. Wählen Sie eine Markierung und entdecken Sie die Funktion der Details.

01 / SKALA

Auch im Dunkeln lesbar

Die phosphoreszierende Skala leuchtet im Dunkeln. Der Zeiger macht unsichtbare Strahlung als Messwert ablesbar.

02 / SCHALTER

Den Messbereich wählen

Mit dem Drehschalter wählte man den Messbereich. Derselbe Zeigerausschlag bedeutet je nach Schalterstellung etwas anderes.

03 / SONDE

Das Gerät heranführen

Der abgesetzte Detektor ließ sich mit einer Verlängerungsstange an eine Oberfläche heranführen. Die Person musste nicht ebenso nah herantreten.

04 / TASCHE

Spuren der Zeit

Die Ledertasche trägt Gebrauchsspuren. Woher sie genau stammen, ist noch ungeklärt; sie laden dazu ein, das Objekt näher zu betrachten.

04 / TECHNIK IM MODELL

Wo es für Menschen
zu gefährlich war.

Ein Kindheitstraum vom Weltall steht neben einer Maschine, die am zerstörten Reaktor arbeitete. Wählen Sie eine Markierung und entdecken Sie ihre Geschichte.

05 / ARCHIV

Der Umzug, dem der Tod zusah

„Der Umzug, dem der Tod zusah“ erzählt von der Maidemonstration auf dem Chreschtschatyk in Kyjiw am 1. Mai 1986, nur fünf Tage nach dem Unfall von Tschornobyl. Im Zentrum der Vitrine liegt eine echte Einladung zur Regierungstribüne, umgeben von Fotografien und Festtagsgegenständen.

Vitrine zum 1. Mai 1986 mit Einladung, Fotografien, Postkarten und Zeitung Ausstellungsvisualisierung nach Museumsobjekten
01 / 06

Ein Platz auf der Tribüne

Die originale Einladung zur Regierungstribüne bildet den stillen Mittelpunkt. Persönliche Namen sind unkenntlich; das Dokument und sein Datum stehen im Vordergrund.

Ganze Geschichte und Bild

Der Chreschtschatyk im Bild

Die Fotografien zeigen die Maidemonstration in Kyjiw. Fünf Tage nach dem Unfall zog die festliche Menge durch das Stadtzentrum.

Ganze Geschichte und Bild

Das Fest im Detail

Wimpel, Bänder, Abzeichen, Taschenkalender und Postkarten erinnern an die offizielle Feier. Ihre leuchtenden Farben wirken heute anders.

Ganze Geschichte und Bild

Eine Zeitung, zwei Daten

Die Ausstellungsvisualisierung zeigt eine Titelseite vom 1. Mai. Zur Museumssammlung gehört auch eine Ausgabe von „Krasnoje Snamja“ vom 13. April 1986: Ihr Aufruf zum Feiertag erschien noch vor dem Unfall.

Ganze Geschichte und Bild

Eine geheime Nachricht

Das Chiffretelegramm Nr. 398 vom 1. Mai 1986 meldet die Strahlenlage nach Moskau. Neben den Festobjekten wirken seine nüchternen Zeilen besonders eindringlich.

Ganze Geschichte und Bild

Eine Stimme aus Übersee

Eine nicht postalische Spendenmarke der ukrainischen Diaspora, 1987 in Detroit herausgegeben. Die Todesfigur und CHORNOBYL waren eine politische Reaktion auf die Katastrophe.

Ganze Geschichte und Bild

INTERNATIONALE RESONANZ / 1991

Pierre Cardin. „Nie wieder“

Eine kleine Medaille trägt Worte in mehreren Sprachen und eine Erinnerung, die weit über Tschornobyl hinausreicht. Daneben: Fotografien von Pierre Cardin und sein Autogramm.

Pierre-Cardin-Medaille im Etui auf einem Museumssockel
01 / 04 · Ausstellungsvisualisierung nach einem vom Museum bereitgestellten MedaillenfotoDie ganze Geschichte ansehen ↗
01Medaille „Nie wieder“

1986 und 1991. Die Inschrift erinnert in mehreren Sprachen daran, dass sich die Katastrophe nicht wiederholen darf.

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02Am Kernkraftwerk
Archivfoto von Pierre Cardin am Kernkraftwerk Tschornobyl

Ein Archivfoto zeigt Pierre Cardin in der Nähe des Kraftwerks von Tschornobyl.

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03Pierre Cardin und die Großmütter aus Prypjat
Pierre Cardin und die Großmütter aus Prypjat auf einem Archivfoto

Ein bekanntes Foto zeigt Pierre Cardin neben Großmüttern aus Prypjat.

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04Autogramm und Dokument
Signiertes Porträt von Pierre Cardin aus dem Jahr 1991

Ein signiertes Porträt von 1991; ein eigenes Zertifikat betrifft die Unterschrift.

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Museumsvitrine mit weißem Porzellan aus der Kantine des Kernkraftwerks Tschornobyl und roten Emblemen
Ausstellungsvisualisierung nach Fotografien der Sammlungsobjekte

ALLTAG / KANTINE DES KERNKRAFTWERKS

Geschirr mit dem Zeichen des Kraftwerks

In einer so großen Geschichte gerät das gewöhnliche Mittagessen leicht in Vergessenheit. Das Museum bewahrt Porzellan aus der Kantine des Kernkraftwerks Tschornobyl. Das rote Emblem auf Weiß erinnert an die Menschen, für die das Werk täglicher Arbeitsplatz war.

01Das Zeichen des Kraftwerks

Auf Tellern und kleineren Porzellanstücken ist das rote Emblem zu sehen. Aus der Nähe erzählt dieses Detail mehr über den Ort ihrer Verwendung als jede Kulisse.

02Porzellan aus Korosten

Die Porzellanfabrik Korosten stellte das Geschirr her. Hier zählen sowohl die Herstellermarke als auch die Gegenstände selbst: Sie erinnern an den Alltag im Werk.

06 / KUNSTINSTALLATION

Ein Abend.
Der 25.

Telefon, Lampe, Uhr und Fernseher. Der Kalender zeigt den 25. In der Installation „Prypjats letzte Nacht“ scheint der nächste Tag noch ganz gewöhnlich zu werden.

Museumsinstallation hinter Glas: Telefon, grüne Lampe, Kalender mit der Zahl 25, Uhr und FernseherKunstinstallation · Visualisierung anhand eines Fotos
TELEFONLAMPE25. APRILUHRFERNSEHER

07 / KUNST UND KLANG

Erinnerung passt nicht in ein Archiv.

Masken fangen grünes Licht ein. In der Ausstellung wird der Plattenspieler Klänge von Tschornobyl spielen. Hier bekommt Erinnerung Form, Farbe und eine Stimme, die man vor Ort hören kann.

Installation mit Masken im grünen UV-Licht
01 / INSTALLATION Visualisierung nach Fotos von Museumsobjekten
Grüne Schallplatte auf einem Plattenspieler in einem dunklen Ausstellungssaal
02 / SCHALLPLATTE Klänge von Tschornobyl · in der Ausstellung hören

KUNST / LICHT UND DUFT

Ein Bild. Zwei Welten.

„Ukraine. Tschornobyl. Wiedergeburt“ von Julija Tschemerys zeigt zwei Ansichten. Im Licht blüht ein Baum. In der Dunkelheit treten leuchtende Äste und der Umriss des Kraftwerks hervor. Wechseln Sie das Licht und beobachten Sie die Veränderung.

Julija Tschemerys’ Gemälde „Ukraine. Tschornobyl. Wiedergeburt“ im Licht: ein blühender Baum Dasselbe Gemälde im Dunkeln: ein leuchtender Baum und der Umriss des Kraftwerks
Julija Tschemerys · „Ukraine. Tschornobyl. Wiedergeburt“
Zwei grüne Glasflakons des Tschornobyl-Duftes von Jewhen Lasortschuk

Ein Duft, den der Bildschirm nicht vermitteln kann

Neben dem Bild stehen Flakons eines Tschornobyl-Duftes des Parfümeurs Jewhen Lasortschuk. In der Ausstellung lassen sich beide Ansichten und der Duft erleben.

Fotos des Bildes vom Museum; Flakons nach einem Objektfoto visualisiert

EIN ANDERER BLICK / IWAN MARTSCHUK

Tschornobyl-Madonna

Neben dem Gemälde, das sich in der Dunkelheit verändert, steht eine ganz andere Bildsprache. In Iwan Martschuks Werk treten Gesicht und Hände aus einem dichten Geflecht von Linien hervor. Öffnen Sie vier Details.

Tschornobyl-Madonna
Abbildung einer vom Museum bereitgestellten Reproduktion. In der Ausstellung befindet sich eine großformatige Reproduktion mit dem Autogramm des Künstlers. Bild in voller Größe öffnen ↗
01Der Blick

Das Gesicht erscheint nicht sofort. Es scheint aus Dunkelheit und feinen Linien zu entstehen.

02Die Hände

Die Hände am Gesicht gehören zu den eindringlichsten Gesten der Komposition. Aus der Nähe halten sie den Blick fest.

03Das Geflecht

Dicht gekreuzte Striche füllen fast die ganze Fläche. Aus der Ferne formen sie ein Bild; aus der Nähe werden einzelne Handbewegungen sichtbar.

04Das Autogramm
Tschornobyl-Madonna — Das Autogramm

Neben dem Bild steht Iwan Martschuks Autogramm. Öffnen Sie dieses Detail, um die Unterschrift auf dem vom Museum bereitgestellten Blatt zu sehen.

Bild in voller Größe öffnen ↗
Graphitstab · Nachbildung der AZ‑5-Taste · Sechs Medaillen und Münzen
Visualisierung des Saals nach Fotos der Museumsobjekte

DIE AUSSTELLUNG IST UNTERWEGS

Wir bringen diese Geschichte zu Ihnen.

Auf dem Bildschirm sieht man die Form eines Gegenstands. Vor Ort erlebt man seine Größe, sein Material und die Stille zwischen den Exponaten. Die Ausstellung reist durch Städte und Länder; Termine der nächsten Stationen erscheinen hier.

WIR SEHEN UNS DORT, WO MAN NÄHER HERANTRETEN KANN

01 — 03 / Drei Installationen

Wählen Sie einen Teil des Saals und sehen Sie genauer hin.
01Graphitstab
Graphitstab
01 / Drei Installationen

Graphitstab

Ein kleiner Graphitstab steht auf einem Sockel in einer eigenen Glasvitrine. Aus der Nähe werden seine unregelmäßigen Kanten und seine Oberfläche sichtbar.

Ausstellungsvisualisierung nach einer Objektfotografie
02Nachbildung der AZ‑5-Taste
Nachbildung der AZ‑5-Taste
02 / Drei Installationen

Nachbildung der AZ‑5-Taste

Ein eigener Sockel lenkt den Blick auf eine einzige Handbewegung. Die Taste ist eine Nachbildung; ein Klick spielt die erste Minute des bereitgestellten Videos mit Ton ab.

Ausstellungsvisualisierung nach einer Objektfotografie

Nach dem Drücken spielt YouTube die erste Minute ab. Das Museum hat die Aufnahme im Video nicht authentifiziert.

Originalvideo auf YouTube öffnen ↗
03Sechs Medaillen und Münzen

Sechs Medaillen und Münzen

Sechs Stücke stehen in Etuis auf dem unteren Vitrinenboden; dahinter hängen Fotos von Tschornobyl und Prypjat: eine Liquidatorenmedaille, zwei Slawutytsch-Teile, zwei Medaillen zum 25. Jahrestag und eine Münze aus Niue.

01Medaille der Liquidatoren
Medaille der Liquidatoren

Die Medaille für Teilnehmer an der Beseitigung der Folgen des Unfalls im Kernkraftwerk Tschornobyl. Auf blauem Grund durchdringen Strahlen mit den Zeichen α, β und γ einen roten Blutstropfen. Sie stehen für Alpha-, Beta- und Gammastrahlung.

Ausstellungsvisualisierung nach einer Objektfotografie
02Zweiteilige Medaille „Slawutytsch“
Zweiteilige Medaille „Slawutytsch“

Die beiden Teile einer Medaille liegen in getrennten Holzschatullen mit rotem Samt. Links ist ein Blattrelief zu sehen, rechts die Aufschrift „Slawutytsch“ und die Jahreszahl „1986“. Zusammen bilden sie eine zweiteilige Medaille.

Ausstellungsvisualisierung nach einer Objektfotografie
0325 Jahre Erinnerung · zwei Medaillen
25 Jahre Erinnerung · zwei Medaillen

Zwei Silbermedaillen erinnern an den 25. Jahrestag von Tschornobyl: Eine ist mit einem Diamanten besetzt, die andere vergoldet und mit einem Rubin besetzt. Auf dem gemeinsamen Bild lassen sie sich vergleichen.

Ausstellungsvisualisierung nach einer Objektfotografie
04Niue · Human Tragedies, 2021
Niue · Human Tragedies, 2021

Eine silberne Gedenkmünze aus Niue von 2021. Das Relief zeigt das Kraftwerk und Menschen in Schutzkleidung.

Ausstellungsvisualisierung nach einer Objektfotografie

01 / NACH DEM UNFALL / TECHNIK

Zwei Schutzhüllen. Eine Verantwortung.

1986 entstand das erste „Objekt Ukryttja“ über dem zerstörten Reaktor. Drei Jahrzehnte später überwölbte es ein neuer Stahlbogen. Hinter beiden Bauten stehen Menschen und präzise Verbindungen.

NOVARKA / ChNPP NFC / 2016 Ein Bolzen des Neuen Sicheren Einschlusses Foto eines Museumsobjekts · Bild in voller Größe öffnen ↗

02 / Foto eines Museumsobjekts

Ein Bolzen des Neuen Sicheren Einschlusses

Ein echter Montagebolzen des Bogens auf einem Museumssockel. Die Konstruktion entstand abseits des Reaktors und wurde 2016 über Block 4 geschoben.

011986 · erste Schutzhülle

Über den Resten von Block 4 wurde eine Schutzkonstruktion errichtet. Ihre Abnahme erfolgte am 30. November 1986.

022016 · der Bogen bewegt sich

Der Neue Sichere Einschluss wurde abseits des Reaktors montiert, um die Strahlenbelastung der Arbeiter zu senken. Im November 2016 wurde er in Position geschoben.

032019 · Übergabe

Nach Abdichtung und Tests wurde der Bogen in Betrieb genommen und an die Ukraine übergeben. Er soll auch den Rückbau instabiler Teile ermöglichen.

Aus dem Archiv: Schema der Schutzhülle und Buch über den Bogen.
Aus dem Archiv: Schema der Schutzhülle und Buch über den Bogen.
An Arch for Chernobyl
AN ARCH FOR CHERNOBYL / Foto eines Museumsobjekts
FILM / EBRD / 2019

Film über den Bau ansehen

EBWE-Film · Englisch · startet auf Wunsch

EBRD / Quelle ↗
Знак міста на в’їзді до Прип’яті
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Знак міста на в’їзді до Прип’яті Foto 01 · 2019 · Michal Bělka · CC BY-SA 4.0
Originalfoto ↗

Aufnahmejahr, keine Aussage über den heutigen Zustand.

03 / DIE ZONE / TIERWELT

Wo Menschen gingen, kehrte Tierleben zurück.

Die Sperrzone bleibt belastet und nur eingeschränkt zugänglich. Im Reservat werden jedoch Przewalski-Pferde, Luchse und Elche beobachtet. Drei Münzen der Museumssammlung erzählen davon.

Коні Пржевальського на відкритому просторі
01/50
Коні Пржевальського на відкритому просторі Foto 01 · 2022 · Quintin Soloviev · CC BY 4.0
Originalfoto ↗

Aufnahmejahr, keine Aussage über den heutigen Zustand.

Przewalski-Pferd

01 / Foto eines Museumsobjekts

Przewalski-Pferd

Mehrere Herden werden im Reservat beobachtet. Münze und Begleitheft zeigen Tier und Lebensraum.

Bild in voller Größe öffnen ↗

04 / DER BOGEN / 14.02.2025

Ein Schutz, der selbst Schutz brauchte.

Am 14. Februar 2025 traf eine russische Drohne den Neuen Sicheren Einschluss. Verkleidung und Systeme wurden beschädigt. Das Foto des Kraftwerks zeigt die Einschlagstelle; nach dem Angriff wurden keine Werte über den Kontrollgrenzen gemessen.

01Der Einschlag

Äußere und innere Hülle wurden durchschlagen. Ein Brand erschwerte die Reparatur.

02Die Folgen

Der Bogen hält radioaktiven Staub zurück und ermöglicht Arbeiten am alten Schutzbau. Beide Funktionen sind betroffen.

03Der nächste Schritt

Kraftwerk, IAEO und internationale Partner bewerten die Schäden und bereiten Reparaturen vor.

Ein Schutz, der selbst Schutz brauchte.
14.02.2025 / ЧАЕСChornobyl NPP / Wikimedia Commons · CC BY 4.0